Orkan auf dem GITZ – ein Augenzeugenbericht

Blitze, Donnergrollen, ein tiefgrauer Himmel und vom Wind in Schräglage gedrückte Bäume. Die halbe Stunde Sturm über Lindau und dem voll besetzten Campingpark Gitzenweiler Hof wird vielen lange in Erinnerung bleiben. Es war Weltuntergangsstimmung an diesem 1. August um 19.30 h, und diesmal nicht cineastisch und mit „Special Effects“ angereichert, sondern ganz real und sehr Furcht einflößend.

Windstärke 12 über Lindau

Das Unwetter drang von Westen kommend über das Campingareal mit Windgeschwindigkeiten von über 130 km/h, also Windstärke 12. Meteorologen sprechen dann von einem Orkan.  Zum starken Wind gesellte sich heftiger Regen. Soll heißen, drei Sekunden im Wetter reichten für eine komplette Durchnässung aller Textilien am Leib. So mancher Camper, der zu spät noch Schnüre nachspannte oder die Markise einzog hat diese Erfahrung gestern gemacht.

Alle Camper auf dem GITZ suchten Schutz in den Restaurants, der Rezeption, Gebäuden auf dem Platz oder im eigenen Fahrzeug bzw. Zelt. Um 20 Uhr beruhigte sich die  Wettersituation und direkt begann Wolfgang Kutter, Betriebsleiter mit seinem Team die Situation zu sichten. Den heftigsten Schaden richtete ein auf halber Höhe geborstener Nadelbaum an. Dessen mächtiger Ast krachte auf das Heck eines VW Busses. Der Bus gehört Familie Zack aus der Nähe von Ulm. Auch das Vorzeltgestänge des zur Familie gehörenden Fendt-Wohnwagens erfuhr eine metallische Kaltverformung.

So richtig Glück hatte dabei Claudia Zak. Eine Minute bevor der riesige Ast Bodenkontakt suchte, stand sie noch zwischen Transporter und Wohnwagen. Nicht auszudenken, was 60 Sekunden später Schreckliches hätte passieren können.

Auf den Komfortplätzen, wo derzeit ausschließlich Reisemobile stehen, fielen die Bäume zwischen die Fahrzeuge. Die Markise von Karl-Heinz Metzger aus Schorndorf nahe Stuttgart konnte die hölzerne Last nicht tragen.

Ein abgeknickter Baum über dem Bächlein beim Sanitärhaus 4 hatte noch nicht die Größe, im Falle seines Falles Schaden an den benachbarten Dauerplätzen anzurichten.

Gefahr im Zweigwerk

Noch nicht gänzlich auf der Erde angekommen, weil noch im Zweigwerk hängend, drohte die Gefahr einer Spontanniederkunft mehrerer mächtiger Äste auf dem Gelände. Diese Gefahrareale wurden zur Sicherheit der Gäste abgesperrt.

Gegen 20.30 Uhr erreichten Feuerwehr und Polizei den 5-Sterne-Campingpark.  Viel Blaulicht und eine mobile Kommandozentrale aus zwei Fahrzeugen direkt in der Einfahrt positioniert, gaben der ganzen Szenerie den spektakulären Touch. Während die professionellen Helfer sich berieten, machten sich das GITZ-Team und zahlreiche Gäste daran, aufzuräumen. Mit Radlader, Traktor, Kettensäge, Rechen und jeder Menge Muskelschmalz wurde wildliegendes Holz weggeräumt und abtransportiert. Noch vor Einbruch der Nacht waren die Hauptwege wieder frei und nutzbar.

Gegen 23 Uhr rückten Feuerwehr und Polizei vom GITZ ab. Das GITZ-Team machte heute Morgen ab 7 Uhr weiter. Um die Mittagszeit war alles wieder beim Alten… bis auf, dass ein markanter Baum auf der Aktionswiese nur noch zur Hälfte präsent ist. An diesen Blick wird man sich gewöhnen.

Irrtümlicher Weise ging in den Medien die Nachricht um, dass der Gitzenweiler Hof evakuiert wurde. Das war nicht der Fall. Zu keiner Zeit nach dem Orkan herrschte Gefahr für die Gäste des Campings.  Und der Aktions- und Animationsplan läuft seit heute Morgen ohne Unterbrechung weiter.

 

 

Hier einige Stimmen zu den gestrigen Geschehnissen:

Claudia Zak: „Ich hatte richtig Glück. Seit über 30 Jahren bin ich mit meinem Mann  Stammgast. Das hier ist unser Lieblingsplatz und auch nächstes Jahr werden wir wieder an dieser Stelle unseren Wohnwagen aufstellen.“

 

 

Daniela Chevalier: „Beeindruckend, wie Wolfgang Kutter ruhig und ohne zu zögern sich ans Aufräumen machte. Tolle Leistung! Nicht gefallen hat mir persönlich, dass sehr viele die Räumaktionen in Gaffermanier in Bild und Video festgehalten haben“.

 

 

Markus Albrechtsberger: „Wir waren in der Pizzeria als das Unwetter aufkam, schafften es jedoch alle Sachen rechtzeitig aufzuräumen. Ein Lob an das GITZ-Team um Wolfgang Kutter, das sofort und ohne Hektik mit dem Aufräumen begann.“

 

 

 

Karl-Heinz Metzger: „Der Baum krachte punktgenau zwischen unsere Reisemobile. Leider war die Markise noch nicht eingezogen. Der Schadensumfang wird noch ermittelt, morgen fahren wir wie geplant nach Ravensburg, um mit unseren Enkeln das Spieleland zu besuchen.“

www.gitzenweiler-hof.de

Photos & Text: Hans König

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